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Gürzenich-Orchester Köln

05.07.2026-07.07.2026: Saisonfinale mit Andrés Orozco-Estrada und Maria Dueñas

Foto: Holger Talinski
Foto: Holger Talinski

Andrés Orozco-Estrada beendet seine erste Saison als Gürzenich-Kapellmeister am 5., 6. und 7. Juli in der Kölner Philharmonie mit einem musikalischen Höhepunkt: Unter dem Titel »Skandal« stellt er Thomas Adès‘ Overture to The Tempest Igor Strawinskys ikonische Komposition Le sacre du printemps gegenüber, die bei der Uraufführung zu heftigen Reaktionen geführt hat. Versöhnlicher war die Aufnahme von Johannes Brahms‘ Violinkonzert in D-Dur. Maria Dueñas gibt mit dem hochvirtuosen Solo-Part ihr Debut beim Gürzenich-Orchester.

Andrés Orozco-Estrada blickt auf eine erfolgreiche erste Spielzeit als neuer Gürzenich-Kapellmeister und Generalmusikdirektor der Stadt Köln zurück. Schon seine Eröffnungskonzerte mit Orffs Carmina Burana und dem Bürgerchor haben gezeigt, wie sehr der neue Chefdirigent und sein Orchester in Einklang stehen. Neben dem höchsten musikalischen Anspruch in den Konzerten ist es beiden eine Herzensangelegenheit, Musik als ein verbindendes Erlebnis möglichst vielen zugänglich zu machen und in die Stadt Köln hineinzuwirken. Andrés Orozco-Estradas Programme zeichnen sich durch spannende Gegenüberstellungen des großen romantischen Repertoires, selten gespielter Kleinode, aber auch zeitgenössischen Kompositionen aus. In der finalen Konzertreihe der Saison stehen sich nun gleich drei Werke gegenüber, die hitzige Diskussionen auslösten.

Das Violinkonzert von Johannes Brahms in D-Dur op. 77 entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Geiger Joseph Joachim, dem das Werk gewidmet ist. Obwohl es heute als eines der bedeutendsten Violinkonzerte gilt, stieß es bei der Uraufführung auf gemischte Reaktionen: Der Dirigent und Brahms-Gegner Hans von Bülow spottete, das Konzert sei »gegen die Violine« statt für sie geschrieben, weil der Solopart so außergewöhnlich anspruchsvoll und sinfonisch angelegt ist.

Die Ouvertüre zu The Tempest von Thomas Adès verdichtet die Klangwelt seiner gleichnamigen Oper auf wenige Minuten und demonstriert eingängig seine Fähigkeit, schillernder Orchesterfarben, komplexe Harmonik und dramatische Spannung höchst kunstvoll zu verbinden. Die Oper selbst sorgte zwar nicht für einen Skandal im klassischen Sinn, doch die explizite Thematik, ungewöhnliche Tonsprache und die extrem hohen Gesangspartien – insbesondere für die Figur Ariel – wurden als eine Herausforderung für Publikum und Interpreten wahrgenommen.

Kaum ein Werk der Musikgeschichte ist so eng mit dem Begriff »Skandal« verbunden wie Le sacre du printemps von Igor Strawinsky. Bei der Uraufführung am 29. Mai 1913 im Théâtre des Champs-Élysées kam es zu Tumulten, Buhrufen und Handgreiflichkeiten im Publikum; Strawinsky erinnerte sich später: »Ich verließ den Saal voller Zorn.« Auslöser waren die revolutionären Rhythmen, die schroffen Dissonanzen und die archaische Choreographie von Vaslav Nijinsky – Elemente, die mit den Hörgewohnheiten der Zeit radikal brachen und heute als Beginn der musikalischen Moderne gelten.

Die junge Geigerin María Dueñas, geboren 2002, gehört zu den faszinierendsten Geigerpersönlichkeiten ihrer Generation. Internationale Anerkennung gewann sie mit dem Gewinn des Yehudi-Menuhin-Wettbewerbs 2021. Seit 2022 ist sie Exklusivkünstlerin der Deutsche Grammophon und gastiert als Solistin bei führenden Orchestern und Festivals weltweit. María Dueñas spielt eine Violine von Nicolò Gagliano, die ihr von der Deutschen Stiftung Musikleben zur Verfügung gestellt worden ist.

Termine:

05.07.2026, 11 Uhr
06.07.2026 20 Uhr
07.07.2026 20 Uhr (auch im Livestream)

Termin

05.07.2026 bis 07.07.2026

Ort

Kölner Philharmonie, Bischofsgartenstraße 1, 50667 Köln

Kosten

Ab 12 Euro


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